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Zoll nennt man eine Gebühr im internationalen Handel. Wenn man Waren aus dem Ausland kauft oder ins Ausland verkauft, muss man zusätzlich zum Preis der Waren dafür an den Staat Geld zahlen. Das ist der Zoll. Dadurch werden die ausländischen Waren teurer, was ein Vorteil für die einheimischen Waren ist. Auch die Behörde, die den Zoll eintreibt, heißt Zoll.

Der Zoll interessiert sich grundsätzlich nur für Ware, die aus Ländern außerhalb der EU kommt. Wenn EU-Grenzen überschritten werden, muss grundsätzlich auch Zoll bei der Einfuhr gezahlt werden. Handelt es sich um Sendungen innerhalb der EU, ist dieses für den Zoll in der Regel uninteressant und man muss keinen Zoll dafür bezahlen. 

Zoll muss man übrigens auch bei Internetbestellungen, z.B. bei Amazon oder Alibaba zahlen. In diesen Fällen handelt es sich unzweifelhaft um eine Warenbewegung von außerhalb der EU in die EU. In diesen Fällen fällt also Zoll an – auch für Privatpersonen. Allerdings können Privatpersonen oft in den Genuss von Zollbefreiungen kommen, wenn der Warenwert gering ist. Zoll wird für Bestellungen bis 150 Euro grundsätzlich nicht berechnet. 

Zollsätze

Der Zollsatz, der für eine bestimmte Ware zu erheben ist, ergibt sich aus dem Zolltarif der Gemeinschaft, der in den EZT online eingearbeitet wurde. Jede einzelne Tarifnummer enthält Zollsätze. Die EU berechnet vorwiegend Wertzölle, also einen %-Satz vom Zollwert. Daneben gibt es aber auch Gewichtszölle und manchmal auch Stückzölle. Wie hoch der Zoll ist, den man bezahlen muss, hängt im Übrigen davon ab, unter welche Warentarifnummer die Ware einzugruppieren ist. Im Zweifel sollte hier fachkundige Hilfe eingeholt werden. Die Zollsätze sind Maßstab für den entstehenden Zollbetrag und nach verschiedenen Kriterien zu differenzieren. Es gibt viele Arten von Zollsätzen:

  • WTO-Zollsatz: Dies ist der Zollsatz, den die WTO-Mitgliedstaaten untereinander anwenden. Er wird auch MFN – (Most Favoured Nations) Zollsatz genannt. Dieser Zollsatz ist im Normalfall anzuwenden, das heißt, wenn kein Freihandelsabkommen zwischen den Parteien besteht. 
  • Genereller Zollsatz: Dieser Zollsatz gilt für Waren mit Ursprung in Ländern, die nicht Mitglied der WTO sind. Er ist meist deutlich höher als der WTO-Zollsatz.
  • Zollsatz aufgrund von Freihandelsabkommen: Staaten, die untereinander ein Freihandelsabkommen abgeschlossen haben, gewähren Ursprungserzeugnissen ihrer Vertragspartner grundsätzlich günstigere Zölle als den WTO-Zollsatz. Nach Inkrafttreten der Freihandelsabkommen werden die Zölle entweder sofort oder nach einem Stufenplan bis auf null abgebaut. In Einzelfällen kann es auch bei einem Restzoll bleiben. 
  • Zollsatz aufgrund allgemeiner Präferenzen: Grundsätzlich gewähren alle WTO-Staaten Zollvergünstigungen für Waren mit Ursprung in Entwicklungsländern. Die am wenigsten entwickelten Länder werden besonders gefördert. Hat ein Land Fortschritte in der Entwicklung gemacht und eine gewisse Wettbewerbsfähigkeit erreicht, können die Zollvergünstigungen eingeschränkt sein.
  • Außertarifliche Zollfreiheiten: Prinzipiell sind darunter Ausnahmetatbestände zu sehen, die entweder keinen oder einen vernachlässigbaren kommerziellen Hintergrund haben. Etwa die nicht kommerzielle Einfuhr von Waren im Reise- oder im Postverkehr. Auch für Mustersendungen und Werbematerial werden Zollbefreiungen gewährt.
  • Antidumpingzölle: Antidumping ist eine Schutzmaßnahme gegen Einfuhren von Waren, die zu einem geringeren als auf dem Heimatmarkt geltenden oder unter den Herstellungskosten liegenden Preis in andere Länder exportiert werden (Dumping). Antidumpingzölle dürfen verhängt werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Ware unter dem auf dem Heimatmarkt geltenden Preis exportiert wird und den konkurrierenden Herstellern im Importland dadurch ein bedeutender Schaden entstanden ist. 
  • Antisubventionszölle: Damit können sich Importländer gegen unfaire Exportsubventionen anderer Länder wehren. Der Preisvorteil, der durch die Subventionen entsteht, soll durch die Zölle ausgeglichen werden. 
  • Schutzzölle: Sie dürfen dann erhoben werden, wenn Einfuhren unvorhergesehen stark ansteigen und bei den heimischen Herstellern vergleichbarer Waren ernsthafte Schäden verursachen. Die Schäden müssen schwerwiegender sein, als bei Antidumping- und Antisubventionszöllen gefordert. 

EORI-Nummer

Man benötigt eine EORI-Nummer für Zolldeklarationen außerhalb der EU. EORI ist die Abkürzung für “Registrierungs- und Identifizierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte” und wird zur Identifizierung und Registrierung von Zollinformationen im Handel mit außereuropäischen Ländern (wie beispielsweise Norwegen, Russland oder der Schweiz) verwendet.

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