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Der Begriff Lieferzeit oder Lieferungszeit bedeutet den Zeitraum bis zur Lieferung einer Ware. Die Lieferzeit ist eine wichtige Komponente der Beschaffungszeit. Sie bezeichnet die zwischen der Aufgabe der Bestellung und dem Eingang der Lieferung liegende Zeitspanne. Die Lieferungszeit ist Teil des Lieferservice und wichtiges bereichsspezifisches Marketingziel für die physische Distribution. 

Die Lieferungszeit hängt von den für die Auftragsabwicklung beim Lieferan­ten notwendigen Aktivitäten ab: Minimal fallen so die notwendigen Transportzeiten an, darüber hinaus meist die Zeit für das Kommissionieren und Bereitstellen. Bei Auftragsfertigung sind auch Produktionsdurchlaufzeiten und eventuell sogar die Lieferzeiten in der Be­schaffung des Lieferanten zu berücksichtigen. Die Lieferzeit kann ein wichtiges Kriterium für die Lieferantenauswahl sein, wenn der Bedarf dringend erfüllt werden muss.

Bedeutung der Lieferungszeit für den Vertrieb

Unter distribution-politischen Aspekten wird unter Lieferzeit primär nur die Lieferzeit bei   Lagerfertigung berücksichtigt. Diese kann von der Logistik beeinflusst werden und ist somit auch von ihr zu verantworten. Die distributionsabhängige Lieferzeit setzt sich zusammen aus der Zeit für die Übermittlung des Auf­trags vom Kunden zum Lieferanten, die Zeit der Bearbeitung des Auftrags, die Zeit für das Korn-missionieren und Verpacken, die Zeit für Verladung, Umschlag und Transport und eventuell die Zeit für die Einlagerung der Ware beim Kunden (z.B. Regalpflege im Handel).

Aus der Gesamtheit aller Lieferungen lässt sich beim Lieferanten die betriebswirtschaftliche Kennzahl der Termintreue und Liefertreue (Liefertermintreue) errechnen. Die Termintreue bedeutet, dass es pünktlich und nicht verspätet oder verfrüht geliefert werden soll; dabei geht man ungesagt davon aus, dass keine minderwertige Qualität bzw. kaputte Ware und auch nicht nur die Hälfte geliefert wird. Liefertreue bedeutet, dass die richtigen (bestellten) und fehlerfreien Produkte vollständig, zum vereinbarten Termin und zum richtigen Ort geliefert werden sollen. Die Liefertreue wird also in der Regel von beiden Seiten gemessen: das liefernde Unternehmen misst selbst, wie gut es hier ist und das belieferte Unternehmen erfasst diese Kennzahl für alle oder zumindest ihre bedeutsamen Lieferanten im Rahmen ihres Lieferantenmanagements

Die Liefertreue berechnet sich anhand der Anzahl der pünktlich zugestellten Sendungen, welche durch die Menge der Tageszustellungen geteilt werden. Manchmal wird auch von Lieferperformance gesprochen, wobei Performance streng genommen nicht nur die Termintreue, sondern zum Beispiel auch die Lieferfähigkeit oder die Reklamationsquote bzw. allgemein die Lieferzuverlässigkeit umfassen kann. Differenziert wird auch zwischen Lieferzuverlässigkeit und Lieferqualität. Die Lieferzuverlässigkeit ist die Übereinstimmung zwischen gewünschtem und bestätigtem Liefertermin. Die Lieferqualität bezieht sich auf den Anteil der ohne Beanstandungen durchgeführten Lieferungen.

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