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Der Kaufvertrag wird im BGB in §433ff. geregelt

Ein Kaufvertrag ist eine zwischen Verkäufer und Käufer übereinstimmende Willenserklärung, durch die sich der Verkäufer zur Übereignung und Übergabe der Ware und der Käufer sich zur Erbringung der vereinbarten Gegenleistung sowie zur Abnahme verpflichtet. Bei Kaufverträge hat der Käufer die Sache abzuholen und den Kaufpreis zu bezahlen, es sei denn, es wurde anders vereinbart. Kaufverträge können auch Rücktrittsklauseln enthalten, die einen Vertragspartner zum Rücktritt aus dem Vertrag berechtigen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt oder nicht erfüllt sind.

 

Rechtswirksamer Vertragsabschluss

Ein rechtswirksamer Kaufvertrag kommt durch ein Angebot, eine Ware zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen, und die Annahme dieses Angebots zustande. Damit ein solcher Konsens vorliegt und ein Kaufvertrag gültig geschlossen wird, müssen das Angebot und die Annahme übereinstimmen. Der Kaufvertrag wird meist formlos abgeschlossen, er kann mündlich, schriftlich oder durch eine Handlung, die die Annahme eines Kaufvertrages zugrundelegt (Entnahme einer Ware aus dem Supermarktregal), geschlossen werden.

Wenn Sie im Laufe eines Chats oder eine E-Mail-Korrespondenz also anbieten, die konkrete Ware zu einem bestimmten Preis kaufen zu wollen, und der/die VerkäuferIn Ihr Angebot annimmt, kommt ein wirksamer Kaufvertrag zwischen Ihnen und dem/der VerkäuferIn zustande. Wenn Sie sich mit Ihrem Vertragspartner aber im Laufe des Chats oder der E-Mail-Korrespondenz noch nicht auf einen konkreten Preis geeinigt haben, kommt noch kein gültiger Kaufvertrag zustande. 

Für einen rechtswirksamen Vertragsabschluss muss außerdem bei beiden Personen ein Bindungswille vorliegen. Dies bedeutet, dass das Angebot bzw. die Annahme von der anderen Person als ernsthaft verstanden werden durfte. 

  • Wenn jemand nur eine Anzeige erstellt, liegt noch kein verbindliches Verkaufsangebot vor, weil sich das Angebot an keine bestimmte Person richtet. 
  • Erst wenn sich ein Interessent mit einem konkreten Kaufangebot meldet und der/die Verkäufer/in dieses Kaufangebot annimmt, kommt ein Kaufvertrag zustande. Solange beide nur unverbindliche Vertragsverhandlungen führen, kommt noch kein Kaufvertrag zustande. 
  • Ein Kaufvertrag muss nicht notwendigerweise schriftlich geschlossen werden oder gar von beiden Seiten unterschrieben werden. Ein Vertrag kann auch einfach durch E-Mails oder mündlich zustande kommen. 
  • Die Personen müssen auch nicht ausdrücklich erklären, einen Vertrag abschließen zu wollen. Ein Vertragsabschluss kann sich auch einfach stillschweigend aus einem Schriftwechsel ergeben. 

In jedem Fall muss aber erkennbar sein, dass sich die Personen über die Ware und den Preis geeinigt haben und die Personen zu Ihren Erklärungen stehen wollten.

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