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Indirekte Kosten sind anteilige Aufwendungen, die einem Projekt nicht direkt zugeordnet werden können, die aber in unmittelbarem Zusammenhang mit den direkten erstattungsfähigen Projektkosten entstehen. Sie können einer Einzel- bzw. Teilleistung nur indirekt (über eine vorher bestimmte Verrechnungsbasis) zugerechnet werden. Dies ist einerseits wichtig innerhalb der Baubetriebsrechnung sowie zum anderen Grundlage bei der Baukalkulation für die Zurechnung der Gemeinkosten auf die Einheitspreise (EP).

Indirekte Kosten werden auch als Overheadkosten oder Gemeinkosten bezeichnet. Einige Beispiele für indirekte Kosten sind die Raummiete, der Strom, die Heizung, Telefongebühren, der Versand, Kopierkosten, Reinigungsdienste oder strukturelle Kosten und Betreuungskosten (z. B. Verwaltungspersonal, technisches Personal etc.). Der Reihe nach Gemeinkosten, wie der Begriff selbst andeutet, sind nicht direkt in Produkten und Dienstleistungen identifiziert. Folglich können Kosten, die in diese Kategorie fallen, nicht mit bestimmten Produkten in Verbindung gebracht werden, und es müssen Zuteilungskriterien festgelegt werden, damit sie ordnungsgemäß zugeteilt werden können.

Indirekten Kosten haben einen Anteil an den Gesamtkosten für die Bauleistungen von 20-30 %. Mit Bezug auf die Kalkulation gelten als indirekte Kosten die Gemeinkosten, meistens mit der weiteren Differenzierung nach Baustellengemeinkosten (BGK) und allgemeinen Geschäftskosten (AGK).

Im Zusammenhang mit Betrachtungen zur Kostendynamik entsprechen die indirekten Kosten weitgehend den Fixkosten. Sie werden von Veränderungen des Leistungsvolumens im eigentlichen Sinne nicht beeinflusst. Als Fixkosten gelten in vollem Umfang die AGK, demgegenüber die BGK nur für jene Kostenarten als Bestandteile, die ebenfalls als leistungsinvariant anzusehen sind.

 

Beispiele und Wichtigkeit

Ein gutes Beispiel ist die indirekte Arbeit in Verbindung mit Aktivitäten, die in Hilfsbereichen des Unternehmens oder von Dienstleistern ausgeführt werden, wie Überwachung, Wartung von Ausrüstung, Reinigung und dergleichen. Die bei diesen Tätigkeiten verwendeten Materialien wie Schmiermittel und Schrauben werden ebenfalls als indirekte Kosten eingestuft. Abschreibungen auf Ausrüstung, Mieten und Versicherungen sind ebenfalls Beispiele für Gemeinkosten.

Das Gegenstück von indirekte Kosten sind die direkten Kosten, die vor allem die Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) als direkt kalkulierbare Kosten bei der Baupreisbildung umfassen. Direkte Kosten können als solche identifiziert werden, die objektiv mit einem bestimmten Produkt verbunden sind und werden direkt in die Berechnung der Produkte einbezogen. 

Die Wichtigkeit der Aufteilung von direkte und indirekte Kosten besteht darin, dass die buchhalterische Kontrolle eines Unternehmens und dessen Planung wesentlich verbessert werden kann, wenn die Kosten in der richtigen Weise klassifiziert werden. Die Preise von verkauften Waren können nur gleichmäßiger definiert werden, wenn nur produktspezifische Kosten berücksichtigt werden.

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