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Cross-docking ist eine Umschlagsart, die Kreuzverkupplung auf Deutsch bedeutet. Dies heißt, dass Unternehmen und Händler den Warenbestand nicht mehr bei sich einlagern. Sie leiten die Produkte direkt in die Distribution weiter. Grundsätzlich kommt es in der Logistik darauf an, die korrekte Menge in der passenden Frequenz anzuliefern. Das Cross-docking orientiert sich im Idealfall an der Warenflusskette. Nötig ist ein reibungsloser Informationsfluss zwischen Hersteller über den Lieferanten und das Lager bis zum Endkunden.

Produzierende Unternehmen und Wiederverkäufer profitieren von Cross-docking Logistik: Beim Umschlag größerer Warenmengen stellen Lagerkosten einen wesentlichen Kostentreiber dar. Cross-docking löst dieses Problem: Unternehmen benötigen nahezu keine Lagerfläche mehr. Gleichzeitig lassen sich die Durchlaufzeiten minimieren, was die Flexibilität erhöht. Unternehmen gewinnen Zeit, sparen Kosten ein und steigern durch Cross-docking automatisch ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit.Der Einsatz von Cross-docking im Lager macht Sinn, wenn es sich um große Warenmengen bei stabiler Nachfrage handelt; wenn die Ware leicht verderblich ist; bei Produkten, die Teil von Sonderaktionen oder Rabatten sind; oder bei hochwertigen Artikeln mit kurzen Lieferzeiten. Cross-docking ist besonders für Lager der folgenden Branchen geeignet: Großhandel, Lebensmittelsektor, Pharma-, Chemie- und Logistikunternehmen.

Varianten des Cross-docking

  • Einstufige Cross-docking: diese Variante erfordert eine Vorkommissionierung durch den Lieferanten bezogen auf den Endempfänger. Über einen oder mehrere Umschlagpunkte werden die Waren unverändert an den Empfänger weitergegeben. Zur erfolgreichen Umsetzung ist es notwendig, dass der Absender die Ware zuvor mit dem Namen des Adressaten kennzeichnet.
  • Zweistufige Cross-docking: dabei wird die Ware einzig bis zum Umschlagpunkt unverändert weitergeleitet. Von dort aus erfolgt der Umschlag in neue Einheiten und die Auslieferung an die entsprechenden Empfänger.
  • Mehrstufige Cross-docking: beinhaltet neben der eigentlichen Umkommissionierung noch weitere Prozessschritte wie eine mögliche Umkonfektionierung von Artikeln oder die Etikettierung von Waren.

Vorteile und Nachteile von Cross-docking 

Vorteile sind die Schaffung geringerer Durchlaufzeiten; dass es keine eigene Lagerhaltung nötig ist; eine zeitgerechte Anlieferung; Platz- und Zeitersparnis; Reduzierung des Bestands; Einsparungen bei Sicherheitsmaßnahmen; Schnelle Belieferung der Kunden; kürzere Durchlaufzeiten; und Vermeidung von Ein- und Auslagerungsprozessen und die Reduzierung von Mietkosten, Nebenkosten, Personalkosten  und Lagerhaltungskosten. Wichtig ist auch, dass Cross-docking zu Energieeinsparungen beim Transport von Waren sowohl außerhalb als auch innerhalb des Lagers führt, wodurch eine umweltfreundlichere und ökologischere Lieferkette realisiert werden kann.

Nachteile sind, dass Cross-docking Zeit für Planung und Koordination braucht, denn ohne eine Synchronisation von Angebot und Nachfrage und eine korrekte Planung wird es sich nicht lohnen, Cross-docking im Lager anzuwenden. Weitere Aspekte, die man beachten muss, ist zum Beispiel, dass Cross-docking eine wirksame Integration der gesamten Lieferkette erfordert. Dies bedeutet, dass das Kennzeichnungssystem zwischen Lieferanten und Empfängern einheitlich und kompatibel sein muss. Außerdem, um Prozesse eines Cross-docking Zentrums optimal auszurichten, ist oft eine komplette Neugestaltung des Lagers notwendig und diese Umsetzung ist mit einer großen Investitionsentscheidung verbunden.

 

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